Die Hochburg der Katharer entstand im 12 Jahrhundert im Languedoc in Südfrankreich (Okzitanien).
Historische Quellen zeigen, dass die Katharer in dieser Gegend, insbesondere an den Höfen in Okzitanien, beliebt waren. In
der ersten Zeit gehörten viele Angehörige der Oberschicht zu den Katharern, während sich die Bewegung im 14. Jahrhundert zu
einer Untergrundkirche der einfachen Bevölkerung entwickelte.
Der Adel von Okzitanien war mit dem König von Frankreich verfeindet, und so entstand ein Bündnis gegen
die Katharer, die vom König und vom Papst mit großer Härte verfolgt wurden, wobei auch die blühende okzitanische Kultur zerstört
wurde. Im Jahre 1208 wurde ein eigener erster Kreuzzug unter Simon IV. von Montfort gegen die Katharer geführt. Hierbei wurden
u.a. am 22. Juli 1209 sämtliche Einwohner der Stadt Béziers umgebracht (etwa 20.000). Daraufhin werden die Besitzungen des
Vizegrafen von Carcassonne und von Béziers Raimund-Roger von Trencavel überfallen. Carcassonne, dessen Befestigungsanlagen
zum großen Teil bereits 1000 Jahre alt waren Es folgte das Massaker in Minerve am 22. Juli 1210. Der sogenannte Albigenserkreuzzug
dauerte bis 1212. Der zweite Kreuzzug fand 1226 unter der direkten Leitung des französischen Königs statt, der jedoch schon
bei der Anreise ins Kriegsgebiet den Tod fand. Ein dritter und letzter Kreuzzug beendete 1244 dann die letzten Reste der katharischen
Kultur bei der Belagerung des Chatéau von Montségur.
In Montaillou und Umgebung hielt man danach noch an dem katharischen Glauben fest, bis die Inquisition
im Jahre 1320 auch hier “reinen Tisch machte”. Die Inquisitoren verfassten sehr detaillierte Berichte der Verhöre
der Einwohner von Montaillou und Umgebung. Diese Berichte sind einzigartig, da durch die Aussagen der Beschuldigten ein plastisches
Bild von den Inquisitionsprozessen rekonstruierbar war. Die Berichte waren so genau, dass sie in den Siebzigerjahren als Grundlage
einer faszinierenden und später weltweit übersetzten Rekonstruktion des täglichen Lebens der Dorfbewohner in dieser Zeit dienten
(Emmanuel Le Roy Ladurie, Montaillou. Ein Dorf vor dem Inquisitor 1294 bis 1324).
Die Ruinen der oft auf schwer zugänglichen Felsen angelegten Katharerfestungen (Montségur, Minerve,
Roquefixade, Montaillou, Peyrepertuse, Quéribus) prägen noch heute das Bild der Landschaft des nordöstlichen Pyrenäenvorlandes.